Mit dem Freistellungsauftrag bleibt ein Teil deiner Kapitalerträge steuerfrei. Wer ihn richtig einrichtet, verschenkt kein Geld an das Finanzamt. So funktioniert er.
Was ist der Freistellungsauftrag?
In Deutschland gibt es einen jährlichen Sparer-Pauschbetrag. Bis zu dieser Grenze bleiben deine Kapitalerträge — also auch Gewinne und Ausschüttungen aus ETFs — steuerfrei. Mit dem Freistellungsauftrag teilst du deiner Bank mit, diesen Betrag zu berücksichtigen, damit nicht unnötig Steuer einbehalten wird.
So richtest du ihn ein
Den Freistellungsauftrag stellst du direkt bei deinem Depot-Anbieter — meist mit wenigen Klicks im Kundenbereich. Wichtig: Nutzt du mehrere Banken, kannst du den Pauschbetrag aufteilen, aber insgesamt nicht überschreiten.
Typische Fehler
Viele vergessen den Freistellungsauftrag ganz und zahlen dadurch zu früh Steuern. Andere verteilen ihn ungünstig, sodass bei einer Bank Freibetrag ungenutzt bleibt, während bei einer anderen schon Steuer anfällt. Ein jährlicher Blick lohnt sich. Mehr zur Besteuerung im Beitrag zu ETF-Steuern.
Fazit
Der Freistellungsauftrag ist schnell eingerichtet und spart bares Geld. Richte ihn ein, sobald du dein Depot eröffnet hast, und überprüfe die Verteilung einmal im Jahr.
Wie hoch ist der Sparerpauschbetrag?
Der Sparerpauschbetrag liegt aktuell bei 1.000 Euro pro Person und Jahr; gemeinsam veranlagte Paare können 2.000 Euro geltend machen. Bis zu dieser Grenze bleiben deine Kapitalerträge aus ETFs, Zinsen und Dividenden steuerfrei. Erst was darüber hinausgeht, unterliegt der Kapitalertragsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Den Freistellungsauftrag richtest du direkt bei deinem Depot-Anbieter ein, damit dieser den Freibetrag automatisch berücksichtigt und nicht unnötig Steuer einbehält. Ohne Auftrag zahlst du sonst ab dem ersten Euro Ertrag Steuern, die du dir erst später über die Steuererklärung zurückholen müsstest.
Den Freibetrag auf mehrere Banken verteilen
Nutzt du mehrere Banken oder Depots, kannst du deinen Sparerpauschbetrag aufteilen — etwa 600 Euro bei einer Bank und 400 Euro bei einer anderen. Insgesamt darfst du die Höchstgrenze aber nicht überschreiten. Sinnvoll ist es, den Freibetrag dort zu hinterlegen, wo die höchsten Erträge anfallen. Wer den Überblick verliert, lässt schnell Freibetrag ungenutzt, während bei einer anderen Bank schon Steuer fällig wird. Ein jährlicher Blick auf die Verteilung lohnt sich daher und kostet dich nur wenige Minuten.
Was bei Ehepaaren und Kindern gilt
Verheiratete profitieren vom doppelten Freibetrag und können einen gemeinsamen Freistellungsauftrag erteilen. Auch Kinder haben einen eigenen Sparerpauschbetrag — wer für den Nachwuchs anlegt, etwa über einen ETF-Sparplan für Kinder, kann diesen nutzen. So lässt sich die steuerfreie Grenze innerhalb der Familie deutlich erhöhen. Wichtig ist, die Aufträge korrekt zu stellen und im Blick zu behalten. Mehr zur Besteuerung von ETFs allgemein findest du im Ratgeber ETF-Steuer.
Den Freistellungsauftrag nicht vergessen
Der häufigste Fehler ist banal: Viele Anleger richten gar keinen Freistellungsauftrag ein und zahlen dadurch von Anfang an Steuern auf Erträge, die eigentlich steuerfrei wären. Das Geld ist nicht verloren — du kannst es dir über die Steuererklärung zurückholen — aber das ist unnötiger Aufwand. Stelle den Auftrag deshalb am besten direkt bei der Depoteröffnung. Es dauert nur wenige Minuten im Kundenbereich deiner Bank. Prüfe außerdem einmal im Jahr, ob die Höhe und Verteilung noch passt, besonders wenn sich deine Erträge oder die Zahl deiner Depots verändert haben. So nutzt du deinen Steuerfreibetrag jedes Jahr optimal aus, ohne dich groß kümmern zu müssen.
Das Wichtigste zusammengefasst
Erfolgreiches Investieren mit ETFs ist kein Hexenwerk und braucht kein Expertenwissen. Die Grundprinzipien sind einfach und gelten für nahezu jede Situation: breit streuen statt auf Einzelwerte wetten, die Kosten niedrig halten, regelmäßig und früh investieren, einen langen Atem mitbringen und in turbulenten Phasen die Ruhe bewahren. Wer diese Prinzipien beherzigt, macht automatisch mehr richtig als die meisten Anleger, die ständig handeln, dem nächsten Trend hinterherlaufen oder bei fallenden Kursen panisch verkaufen. Ein breit gestreuter Welt-ETF im Sparplan, jahrzehntelang durchgehalten, ist für die große Mehrheit die solide Grundlage des Vermögensaufbaus. Lass dich nicht von Detailfragen lähmen oder von kurzfristigen Schwankungen verunsichern. Der größte Fehler ist nicht die nicht ganz optimale ETF-Auswahl, sondern gar nicht erst anzufangen oder zu früh wieder aufzugeben. Wenn du unsicher bist, beginne klein, sammle Erfahrung und passe deine Strategie mit der Zeit an. Die wichtigsten Zutaten sind ohnehin kostenlos: Geduld, Disziplin und ein kühler Kopf. Wer überhaupt startet und dabeibleibt, hat bereits den entscheidenden Schritt getan — alles Weitere ergibt sich aus der Routine und der Zeit, die für dich arbeitet.
Von Markus Hoffmann