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ETF-Entnahmeplan: vom Vermögen leben

Von Markus Hoffmann

Jahrelang hast du in ETFs gespart — doch irgendwann willst du das Vermögen auch nutzen. Ein ETF-Entnahmeplan macht aus deinem Depot ein regelmäßiges Einkommen. So funktioniert das Prinzip.

Was ist ein Entnahmeplan?

Beim Entnahmeplan kehrst du den Sparplan um: Statt einzuzahlen, entnimmst du regelmäßig einen Betrag aus deinem ETF-Depot. Der Rest bleibt investiert und kann weiter wachsen. So kannst du dir etwa im Ruhestand eine private Zusatzrente schaffen.

Die Entnahmerate

Eine bekannte Faustregel ist die „4-Prozent-Regel“: Wer jährlich rund 4 Prozent seines Startvermögens entnimmt, kommt historisch oft über Jahrzehnte aus. Sie ist aber keine Garantie — bei schlechten Börsenphasen zu Beginn kann das Vermögen schneller schrumpfen. Plane lieber vorsichtig und flexibel.

Risiken beachten

Das größte Risiko ist ein Crash kurz nach Entnahmebeginn, weil du dann Anteile zu niedrigen Kursen verkaufst. Ein Puffer aus Tagesgeld, aus dem du in schlechten Jahren entnimmst, kann helfen. Auch Steuern solltest du einkalkulieren.

Fazit

Ein ETF-Entnahmeplan ist eine flexible Möglichkeit, vom angesparten Vermögen zu leben. Plane konservativ, halte einen Puffer und bleibe flexibel. Wie du überhaupt erst Vermögen aufbaust, zeigt der Sparplan-Guide.

Risiko-Hinweis: Keine Anlageberatung. Kapitalanlagen bergen Risiken bis zum Totalverlust. Vergangene Renditen sind keine Garantie.

Die 4-Prozent-Regel und ihre Grenzen

Eine bekannte Faustregel für den Entnahmeplan ist die 4-Prozent-Regel: Wer jährlich rund 4 Prozent seines Startvermögens entnimmt, kommt historisch oft über Jahrzehnte aus. Bei 500.000 Euro wären das etwa 20.000 Euro im Jahr. Die Regel stammt aus US-Studien und ist eine grobe Orientierung, keine Garantie. Bei sehr langen Entnahmephasen, hohen Kosten oder ungünstigen Startbedingungen kann eine niedrigere Quote sinnvoller sein. Nutze sie als Ausgangspunkt und passe sie an deine persönliche Situation an, statt sie blind zu übernehmen.

Das größte Risiko zu Beginn

Das gefährlichste Szenario für einen Entnahmeplan ist ein Crash direkt zu Beginn der Entnahmephase. Verkaufst du dann Anteile zu niedrigen Kursen, fehlt dieses Kapital bei der späteren Erholung — das sogenannte Renditereihenfolge-Risiko. Schutz bietet ein Puffer aus Tagesgeld, aus dem du in schwachen Börsenjahren entnimmst, statt Anteile mit Verlust zu verkaufen. So überbrückst du Krisen, ohne deine Substanz anzugreifen. Wie lange dein Vermögen bei welcher Entnahme reicht, kannst du mit dem Entnahme-Rechner durchspielen.

Flexibilität ist der Schlüssel

Ein starrer Festbetrag ist selten optimal. Wer seine Entnahme in guten Jahren etwas erhöht und in schlechten reduziert, schont seine Substanz erheblich und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Geld ein Leben lang reicht. Auch Steuern und der jährliche Sparerpauschbetrag sollten in die Planung einfließen. Ein Entnahmeplan ist damit kein einmaliges Setup, sondern ein flexibler Prozess, den du immer wieder an die Marktlage und deinen Bedarf anpasst. So lebst du entspannt vom über Jahrzehnte aufgebauten Vermögen.

Den Entnahmeplan an die Lebensphase anpassen

Ein guter Entnahmeplan ist nicht in Stein gemeißelt, sondern passt sich deiner Lebensphase an. In den ersten Ruhestandsjahren möchtest du vielleicht mehr entnehmen, etwa für Reisen, während der Bedarf später sinkt. Auch unerwartete Ausgaben oder Erbschaften können die Planung verändern. Bleib deshalb flexibel und überprüfe deinen Plan regelmäßig. Ein Puffer aus sicherem Geld gibt dir dabei die nötige Gelassenheit, in schwachen Börsenjahren nicht verkaufen zu müssen. So verbindest du die Renditechance deines investierten Vermögens mit der Sicherheit, dass du auch in Krisen handlungsfähig bleibst. Der Entnahme-Rechner hilft dir, verschiedene Szenarien durchzuspielen und ein Gefühl für tragfähige Beträge zu entwickeln.

Das Wichtigste zusammengefasst

Erfolgreiches Investieren mit ETFs ist kein Hexenwerk und braucht kein Expertenwissen. Die Grundprinzipien sind einfach und gelten für nahezu jede Situation: breit streuen statt auf Einzelwerte wetten, die Kosten niedrig halten, regelmäßig und früh investieren, einen langen Atem mitbringen und in turbulenten Phasen die Ruhe bewahren. Wer diese Prinzipien beherzigt, macht automatisch mehr richtig als die meisten Anleger, die ständig handeln, dem nächsten Trend hinterherlaufen oder bei fallenden Kursen panisch verkaufen. Ein breit gestreuter Welt-ETF im Sparplan, jahrzehntelang durchgehalten, ist für die große Mehrheit die solide Grundlage des Vermögensaufbaus. Lass dich nicht von Detailfragen lähmen oder von kurzfristigen Schwankungen verunsichern. Der größte Fehler ist nicht die nicht ganz optimale ETF-Auswahl, sondern gar nicht erst anzufangen oder zu früh wieder aufzugeben. Wenn du unsicher bist, beginne klein, sammle Erfahrung und passe deine Strategie mit der Zeit an. Die wichtigsten Zutaten sind ohnehin kostenlos: Geduld, Disziplin und ein kühler Kopf. Wer überhaupt startet und dabeibleibt, hat bereits den entscheidenden Schritt getan — alles Weitere ergibt sich aus der Routine und der Zeit, die für dich arbeitet.